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User Interfaces: Einfachheit zählt!

04.10.2019 Marcus Winkler

Je mehr unsere Gesellschaft digitalisiert wird umso mehr werden digitale Oberflächen zu alltäglichen Begleitern. Dabei geht es nicht nur darum, hübsch auszusehen, sondern genauso um optimale Nutzbarkeit, auch als „User Experience“ bezeichnet. Da nicht jeder für die Bedienung einer Oberfläche die Optik eines Flugzeug-Cockpits überblicken kann, hat sich das Prinzip der Einfachheit nach und nach als Leitlinie für besonders gutes User Interface Design herausgebildet.

User Interfaces: Einfachheit zählt!

Der MIT-Designprofessor John Maeda hat vor einigen Jahren ein kompaktes Buch zum Prinzip „Simplicity“ veröffentlicht, dessen Kernsätze sich gut auf User Interfaces übertragen lassen. Ziel ist es, dass Lösungen einfacher zu verstehen und zu benutzen sind und daher mehr Freude bei der Nutzung bereiten. Egal wie komplex der dahinterliegende Sachverhalt auch sein mag.

Reduktion durch Weglassen oder Verbergen

Ein intuitiv nutzbares Produkt hat nur wenige essentielle Bedienelemente und ist selbsterklärend. Viele legendäre Designer folgen diesem Prinzip. Natürlich darf durch die Reduktion die Bedienbarkeit nicht extrem eingeschränkt werden. Man muss einen praktikablen Mittelweg finden!

Strukturierung und Organisation helfen beim Überblick

Wer aufräumt, findet besser. Je komplexer ein System ist, um so mehr bringt Ordnung. Funktionen werden in sinnvolle Kategorien aufgeteilt, manchmal auch mehrfach. Bei der Gestaltung von User Interfaces nimmt dieser konzeptionelle Teil eine große Rolle ein.

Zeit sparen: Die Nutzer freut‘s

In unser aller Leben ist Zeit knapp und so finden wir es gut, diese sinnvoll auszunutzen. Das können wir auch für Bedienschnittstellen verwenden: Schnelle Websites, kurze Wege, keine Wartezeiten: All das macht das Leben einfacher!

Lerneffekte: Kenntnisse im Handumdrehen

Niemand liest gerne in Bedienungsanleitungen. Auch wenn es heutzutage Videos zum Lernen gibt, so kostet das Anschauen Zeit. Daher werden die meisten User Interfaces einfach direkt genutzt und man hangelt sich voran. Eine wirklich gute Bedienschnittstelle bringt dem Nutzer während der Bedienung nebenbei Dinge bei, die ihm die Nutzung erleichtern. Quasi lernen im Vorbeigehen und damit eine zunehmende Nutzbarkeit, ohne dass es anstrengt.

Gegensätzlichkeit: Einfachheit macht Komplexität beherrschbar

Diese Leitlinie ist nur auf den ersten Blick widersprüchlich. Wenn die Welt komplex ist, muss das User Interface besonders einfach sein. Wenn etwas Angst macht, muss die Schnittstelle Vertrauen erzeugen. Es muss einfach besonders viel Wert darauf gelegt werden, negative Eigenschaften der zu bedienenen Applikation zu eliminieren. Nur so kann sich ein Produkt von anderen absetzen und durch seine Gestaltung hervorstechen.

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Kontextbezug: Das Umfeld überblicken

Um Dinge zu verstehen und nachfühlen zu können, macht es Sinn, das Umfeld und den Hintergrund mit einzubeziehen. Entsprechend darf nicht nur das User Interface gestaltet werden, es ist auch auf die wichtigen Dinge drumherum zu achten und diese geeignet aufzubereiten.

Emotionen helfen bei der Bedienung

Wer behauptet, Schnittstellen zu Computern haben nichts mit Gefühlen zu tun, irrt. Im Gegenteil, lassen sich als problematisch oder hässlich erscheinende Vorgänge durch eine Einbettung in Designelemente, wie beispielsweise gutes kommunikatives Bildmaterial, erheblich aufpeppen und damit die Nutzbarkeit häufig erst möglich machen. User Interface Design ist immer eine Frage der Emotion!

Trust: Einfachheit schafft Vertrauen

Je einfacher und konsistenter ein System ist und je mehr Schritte es dem Nutzer abnimmt also quasi „mitdenkt“, um so mehr kann er dem System vertrauen. Denn nichts ärgert den User mehr als entstehende Fehler. Hier kann ein aktives System das bereits über viele Informationen verfügt, die Risiken für den Nutzer verringern. Das darf allerdings nicht so weit gehen, dass der Nutzer sich bevormundet fühlt!

Aus Fehlern lernen!

Nobody is perfect, auch nicht ein User Interface. Daher ist es essenziell, zu beobachten, wie Dinge in der Praxis funktionieren. Und wenn nicht, können digitale Medien vergleichsweise einfach optimiert werden. Das sollten sie auch, denn die Aushängeschilder guter User Experience zeigen, dass kontinuierliche Weiterentwicklung völlig normal ist. Nicht alles, was man sich ausdenkt, bringt auch den erhofften Nutzen. Häufig reicht es bereits, sich selbst bei der Bedienung zu beobachten, um zu erkennen, wo man falsch gedacht hat. Und dann muss nachgebessert werden!

Drei Schlüssel zur Einfachheit

Wenn jetzt alle diese Vereinfachungsregeln zusammengefasst werden sollen, also quasi um sie zu vereinfachen, lassen sich drei Prinzipien ableiten:

  • Überflüssiges weglassen und fehlendes hinzufügen
  • Offenheit in den Schnittstellen und dem Zugriff
  • Effizienz durch mehr Ergebnis mit weniger Aufwand.

Wer kritisch auf User Interfaces schaut, wird meistens relativ schnell Ideen finden, wo durch mehr Einfachheit Verbesserungen erzielt werden können!

LYNET betreut zahlreiche UI-Projekte renommierter Unternehmen. Gerne stehen wir auch Ihnen zur Verfügung, sprechen Sie uns gerne an!